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Wie viel Mathematik steckt in einer Tüte Gummibärchen? Diese Frage stellten sich rund 40 Lehrer aus mehreren im Rahmen des Sinusprogrammes kooperierenden Grundschulen im Mai bei einer der regelmäßigen und über das Jahr verteilten Mathematikfortbildungen an der Grundschule Bernau.

Nicht nur gängige Rechenaufgaben wurden zu den gelben, grünen und roten Gummibärchen gefunden, nein auch zu Längenmaßen und Gewichten passende Aufgaben wurden von den Lehrern konzipiert. Das Reizvolle an solchen Aufgabenstellungen, wie beispielsweise die der Gummibärchenmathematik, so waren sich alle einig, ist, dass jedes Kind die Freiheit besitzt, sich eine zu seinem aktuellen Lernstand passende Aufgabe auszudenken, zu lösen und zu erkennen “Mathematik ist überall”.

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Kompetenzorientierter Unterricht- Mathematik an der Grundschule Bernau

Um allen Kindern einen Zugang zur Mathematik zu eröffnen, bietet der Unterricht an der Grundschule Bernau neben Gelegenheit zum Üben und Automatisieren von Rechenverfahren immer wieder handlungsorientierte Aufgabenstellungen, die verschiedene Lösungen erlauben und zum Austausch über Strategien und Ideen anregen.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten auf ihrem eigenen Leistungsniveau an offen gestellten Aufgaben und entdecken dabei nicht nur Muster und Strukturen, sondern auch Mathematik im Alltag und geometrische Inhalte. Der Gebrauch einer gemeinsamen Fachsprache wird bei der Präsentation der Ergebnisse und im Austausch über Lösungswege unabdingbar. So begreifen die Kinder schnell die Bedeutung von Fachbegriffen.

Einfache Materialien, Strukturierungshilfen, Lehr- und Lernmittel werden gezielt angeboten und von den Kindern zunehmend selbstständig und zielführend genutzt. Die Kindern lernen, Ergebnisse in Frage zu stellen, auf Plausibilität zu prüfen und ihre Lösung gegebenenfalls anzupassen. Dabei greifen sie auch auf ihr Wissen über Größen (Gewicht, Länge, Zeit) zurück.

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Das Kollegium der Grundschule Bernau trifft sich regelmäßig 3 mal im Jahr mit Lehrern der Nachbarschulen aus dem Landkreis zu weiteren Sinus-Fortbildungen. Schon das 6. Jahr nimmt die Grundschule Bernau am europaweiten SINUS-Programm teil und wurde dafür auch schon ausgezeichnet. Ziel der Fortbildungen ist eine praktische Umsetzung im Unterricht.

Der Begriff Sinus steht in der Bernauer Grundschule für offenen Mathematikunterricht, der unterschiedliche Lösungen zulässt und die Kinder zum Ausprobieren und Austauschen ermutigt. Jedes Kind kann auf eigene Weise und in eigenem Tempo an die Aufgaben herangehen und wird so gezielt gefördert und auch gefordert.

Die Sinusbeauftragten Susanne Theil und Susanne Kirchhof aus München/ Grünwald halten die Lehrerinnen dabei mehrmals im Jahr auf dem Laufenden und geben wertvolle und zahlreiche praktische Informationen und Anregungen zu unterschiedlichen Teilbereichen.

Im Fokus stand dieses Mal die Sprachförderung im Mathematikunterricht.

In einem Experiment erfuhren die Lehrer selbst, wie es ist, Matheaufgaben in einer Sprache zu lösen, die man nicht sicher spricht.

Im Anschluss gab es zahlreiche Anregungen und Übungen, um den Kindern das sprachliche Handeln zu erleichtern und auch diesen Teilbereich von Mathematik gezielt zu fördern.

Dass die Weiterbildung Spaß und auch manchmal Kopfzerbrechen bereitete, ist an dem Foto unschwer zu erkennen.

Weiterbildung

Zur Umsetzung des SINUS-Gedankens ist eine kontinuierliche Fortbildung unumgänglich. Dazu finden mehrtägige Veranstaltungen mit beteiligten Kollegen aller bayrischen Schulen statt. Außerdem trifft sich das Kollegium der Grundschule Bernau viermal jährlich mit seinen Partnerteams in Heufeld und Raubling, um Ideen auszutauschen.

Stolz präsentieren und erklären Maria, Luisa und Laura das Ergebnis ihrer Mathematikaufgabe.

Im Mai wurde dem Team der Grundschule Bernau ermöglicht, an der Regionaltagung aller bayrischen Sinusmitglieder teilzunehmen. Prof. Dr. Sebastian Wartha von der PH Karlsruhe, eine Koryphäe auf seinem Gebiet, sprach über das Thema “Diagnose, Prävention und Förderung bei besonderen Schwierigkeiten beim Rechnen” und räumte mit manch alten Vorurteilen auf.

Das Kollegium, das begeistert von der Tagung zurückkam, brannte förmlich darauf, die frisch gewonnenen Erkenntnisse zu verwirklichen und im Unterrichtsalltag anzuwenden. Es wird sowohl für Kinder als auch Lehrkräfte wesentlich angenehmer sein, Kompetenzen feststellen zu können als fehlende Fertigkeiten anmahnen zu müssen. Hilfreich werden die Einsichten auch bei der Auswahl der neuen Schulbücher für den Lehrplan sein, den es ab September umzusetzen gilt.

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Auf neuen Wegen” ist das Jahresmotto der Grundschule Bernau am Chiemsee. Bei der gemeinsamen Umsetzung nahm sich das Kollegium im ersten Halbjahr des Mathematikunterrichtes an und stützt sich dabei auf das europaweite SINUS–Programm (Steigerung zur Effizienz des mathemaisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts).

Dessen vorrangiges Ziel ist es, eine Zunahme der mathematischen Kompetenzen zu erreichen. Den Schülern soll ermöglicht werden, sich ein mathematisches Verständnis anzueignen, das sie in ihrer aktuellen Lebenswelt anwenden und nutzen können. Durch praktische und offene Aufgabenstellungen soll Neugier nachhaltig geweckt und unterstützt werden.

“Auch der neue “Grundschullehrplan-Plus” rückt die Kompetenzorientierung in den Mittelpunkt. Somit verwirklicht die Grundschule Bernau schon heute die Bildungsziele, die erst ab dem nächsten Schuljahr umgesetzt werden sollen”, freut sich Rektorin Petra Henz.

Qualitätssteigerung und Kooperation

Das Kollegium der Grundschule Bernau am Chiemsee erarbeitet deshalb schon seit Beginn des Schuljahres in Arbeitsgruppen neue Lehr-, Lern- und Übungsformen, konzipiert gemeinsam neue Unterrichtseinheiten und erprobt diese im Schulalltag. Angestrebt wird ein kontinuierlicher, breit wirksamer Veränderungsprozess im Rahmen der Schulentwicklung. Dabei soll Neues in den Mathematikunterricht integriert werden ohne auf Bewährtes zu verzichten. Die Lehrkräfte richten ihren Blick auf die individuelle Förderung der Kinder und schaffen eine ausbaufähige Grundlage für das Lernen an den weiterführenden Schulen. Weitere Maßnahmen sind die intensive Nutzung der neu geschaffenen Mathematik-Lernwerkstatt sowie wie auch schon in den vergangenen Jahren die Teilnahme am Känguru-Wettbewerb.